"Ich liebe meinen Nikab"
Im SPIEGEL 35/16 war das Interview mit einer Nikab-Trägerin
zu lesen, die das Verbot einer Vollverschleierung in Deutschland absurd findet.
Sie erklärt, erst durch ihren Nikab fühle sie sich frei,
also dadurch, dass sie sich im öffentlichen Raum komplett bedeckt und lediglich
einen Blick auf ihre Augenpartie gestattet. Frei, selbstbestimmt und weniger
angreifbar. Was für ein Problem diese Frau auch haben mag, sie sollte es nicht
mit Hilfe eines Schleiers zu lösen versuchen.
Wenn es Zweifel daran gegeben hat, dass Burka oder Nikab
religiös bedingt sind, dann sind diese nach dem Gespräch mit der Konvertitin
endgültig bestätigt worden.
Mit keinem Wort führt sie selbst religiöse Aspekte für die
Notwendigkeit der Vollverschleierung an, sondern ihr persönliches Problem, sich
ansonsten nicht mit Männern „auf Augenhöhe“ unterhalten zu können. Als Neutrum
möchte sie wahrgenommen werden und nicht als Frau. Ernsthaft?
„Freiheit scheint in Deutschland über das Aussehen definiert
zu sein. Je nackter, desto freier“ Gute Frau, möchte man ihr zurufen,
missbrauchen Sie nicht die Symbole anderer zu ihren eigenen Zwecken!
Dass die Vollverschleierung in Deutschland (noch) nicht zum
Straßenbild gehört, ist für sie – und hier hat sie durchaus prominente
Gleichgesinnte hinter sich – ein Grund, die Diskussion hierüber als absurd
einzustufen. Ihre Aussage, Burka- und auch Nikabträgerinnen zu begegnen, sei
„wie ein Sechser im Lotto“, klingt dann allerdings eher wie das Bemühen einer
saturierten Mittelstandsfrau, sich aus der Masse herauszuheben.
Die auch von ihr bedauernd zur Kenntnis genommenen
unterdrückten Frau „in vielen arabischen Ländern“, die „gezwungen werden, sich
zu verschleiern“ kommen bei ihr nur am Rande vor und werden mit einem
Achselzucken abgetan, als aufgrund kultureller Strukturen zwangsweise
verschleiert, was aber (in ihren Augen) antiislamisch ist. Aha.
Wenn sie dies alles tatsächlich ernst mein, dann stimmt auch
das endlich: Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist
Stärke! (GeorgeOrwell).
(Nachzulesen hier: http://www.spiegel.de/spiegel/verschleierte-frauen-ich-liebe-meinen-nikab-a-1109873.html oder in der SPIEGEL-Ausgabe Nr. 35/16)